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Umgang mit Traurigkeit

Viele Mädchen und Frauen fühlen sich manchmal traurig. Und das sogar auch scheinbar grundlos. Das kann ein ganz doofes Gefühl sein, wenns dazu gar keinen Grund gibt und oft fehlt dann auch das Verständnis der Eltern oder Freunde. Oder Du traust Dich nicht mal zu sagen, dass Du Dich so traurig fühlst. Dann gibt es auch viele Eltern, die es ganz schlecht aushalten, wenn das eigene Kind traurig ist. Und so beginnen Mädchen und junge Frauen sich in der Traurigkeit zu verstecken oder möchten das Gefühl so schnell wie möglich weg haben.

Das verstehe ich super gut. Gefühle von Freude und Glück sind ja auch viel angenehmer als die Traurigkeit.


Doch es ist so, dass wir einige Grundgefühle haben. Verschiedene Theorien sprechen von verschiedenen Grundgefühlen. Für mich sind es die Grundgefühle von Freude, Wut, Angst, Trauer und Schuld. Wenn Du Dir bewusst bist, dass dies alles Grundgefühle sind, welche zu uns Menschen gehören, dann ist es auch völlig in Ordnung von Zeit zu Zeit traurig zu sein. Mir hilft dieses Wissen, um alle diese Gefühle zu akzeptieren, denn sie gehören einfach zu uns wie wir auch die Luft zum atmen brauchen.


Das Gefühl der Traurigkeit hilft uns, mit etwas abzuschliessen, das sich nicht mehr verändern lässt. Deshalb trauern wir auch um einen Menschen oder ein Tier, das uns verlässt. Das Gefühl der Trauer hilft uns aber auch abzuschliessen mit einer schlecht gelungenen Prüfung, einem verlorenen Wettkampf, einer Freundin die mich verletzt hat oder sogar verlassen hat. Und es ist so wichtig, diese Traurigkeit wirklich zuzulassen, damit wir innerlich wieder friedvoll, liebend und ruhig werden. Also lass dieses Gefühl unbedingt zu, denn es ist wichtig, damit es sich nicht irgendwo in Deinem Körper oder in einem komischen Verhalten festsetzen muss. Tränen reinigen und klären, bringen Trost, Frieden und Liebe.


Damit Du Dich in diesem Gefühl nicht verlieren musst, falls Du davor Angst hast, kann es Dir helfen wenn Du Dir zum traurig sein einen schönen Platz einrichtest. Einen Platz an dem Du Dich geliebt und gehalten fühlst. Vielleicht darf Dich auch eine liebe Freundin, Deine Mama, Dein Papa, Deine Schwester oder Dein Bruder oder auch sonst eine Person Deines Vertrauens darin halten. Du kannst Dir auch einen schönen Platz in Deiner Fantasie einrichten, einen Rückzugsort den Du ganz alleine gestaltest und in den Du Dich in der Traurigkeit fallen lassen darfst. Vielleicht ist dort ein Engel, ein liebes Tier, ein Kobold oder sonst eine liebe Fantasiegestalt, welche Dich dabei begleitet und unterstützt. Falls Du kaum mehr aus dem Weinen heraus kommst und es Dir dann zuviel Kraft nimmt hilft es auch, wenn Du Dir zum weinen einen Wecker stellst. So darfst Du z.B. für 15 Minuten alles raus weinen, voll in die Traurigkeit gehen und wenn dann der Wecker klingelt stehst Du auf und machst bewusst etwas anderes. Du drehst mit dem Fahrrad eine Runde, gehst mit dem Hund spazieren, machst einen Abstecher auf die Blumenwiese oder in den Wald. Die Natur und frische Luft sind ein Segen, Tröster und Ablenker für unsere Trauer. Also nutze sie als Deine Freundin und Helferin.


Wenn Du ein Mädchen, eine junge Frau bist, die besonders viel spürt und wahr nimmt, dann kann es eben auch sein, dass Du manchmal die Traurigkeit von anderen Menschen fühlst. Die ist dann gar nicht Deine. Hier hilft es auch, wenn Du mit einer Fachperson heraus findest, wie Du spürst, welches Gefühl Deins ist und welches von Anderen. Dann kannst Du jederzeit die Gefühle der Anderen auch dahin zurück geben (ohne mit ihnen sprechen zu müssen), denn Du brauchst wirklich nicht Alles für Andere tragen. Scheue Dich nicht hier um Hilfe zu fragen, ganz viele Mädchen kennen das und wissen aber nicht was wirklich abgeht. Gespräche helfen hier.


Ich kann Dich nur ermutigen die Trauer zuzulassen und Dir sichere geschützte Räume dafür zu nehmen. Sie ist natürlich und wird es auch bleiben, sofern wir sie eben zulassen und als einen Teil von uns betrachten.


Von Herzen

Céline Schaub


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